12.10.2026
Windmöller in vorläufiger Insolvenz in Eigenverwaltung
Beim Amtsgericht Detmold ist am 9. Oktober 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für
Windmöller (Aktenzeichen: 50 IN 209/26) eröffnet worden. Als vorläufiger Sachwalter fungiert der Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger. Gemeinsam mit einem Team von Fachleuten hat der Hersteller von Bodenbelägen und Akustiklösungen nun drei Monate Zeit, ein Sanierungskonzept vorzulegen. Bis dahin läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Auch die Löhne und Gehälter der rund 280 Beschäftigten sind bis auf Weiteres gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung.
Notwendig wurde der Antrag für dieses sogenannte Schutzschirmverfahren, da Windmöller in den vergangenen drei Monaten deutliche Umsatzeinbußen infolge einer drastisch gesunkenen Nachfrage vor allem im Handelssegment für Bodenbeläge zu verzeichnen hatte. Diese negative Marktentwicklung habe das Unternehmen aus Ostwestfalen nach mehr als zwei Sanierungsjahren erneut stark getroffen.
Mehr als zweijährige Sanierungsphase
2024 hatte der geschäftsführende Gesellschafter Matthias Windmöller die Firmenleitung abgegeben. Unter Führung des
Unternehmers Jürgen Abromeit als neuem CEO wurde eine bereits zuvor eingeleitete Restrukturierung durchgeführt: Schließung des Standortes Augustdorf, Ausbau der Automatisierung im verbliebenen Werk in Detmold sowie Personalabbau. 2025 konnten nach drei Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Mitte 2026 gab Jürgen Abromeit seine
Anteile zurück an die Familie Windmöller und schied aus dem Unternehmen aus. Der neue Geschäftsführer Philip Lehmann wurde als Experte für die Weiterentwicklung von Firmen nach Veränderungsprozessen vorgestellt, blieb aber nicht lange: Schon Anfang Oktober kehrte
Matthias Windmöller auf den Chefsessel zurück, um gemeinsam mit dem Finanzgeschäftsführer und Unternehmensberater Frederik Wittop die Weiterentwicklung voranzutreiben.
„Mit dem Schutzschirmverfahren nutzen wir rechtzeitig einen Weg des Gesetzgebers, um das Unternehmen in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage beschleunigt zu sanieren und im Laufe des nächsten Jahres wieder zukunftsfähig aufzustellen“, sagte CEO Matthias Windmöller.
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