Knauf, Hersteller von Baustoffen und Bausystemen, und der Partner BSR Ingolstadt, Spezialist für Boden- und Baustoffrecycling, haben den Standort für eine bayernweit einzigartige Gipsrecycling-Anlage bekanntgegeben. In der mittelfränkischen Marktgemeinde Neuhof an der Zenn wollen die beiden Unternehmen noch diesen Sommer den Spatenstich für die Anlage tätigen. Der Gemeinderat gab am 19. Januar 2026 einstimmig grünes Licht für den Plan. Die Inbetriebnahme der Anlage ist Anfang 2027 geplant. Sie sei ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Rohstoffsicherung der Baustoffindustrie im Herzen Bayerns, hieß es bei Knauf.
Geplant ist eine der modernsten Gipsrecycling-Anlagen ihrer Art in Bayern. Hier sollen ab Anfang 2027 gipsbasierte Materialien aus Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen so aufbereitet werden, dass sie wieder als hochwertiger Rohstoff für die industrielle Weiterverarbeitung genutzt werden können. Der aufbereitete Recyclinggips wird an die rund 50 km entfernten Produktionsstandorte der Knauf Gruppe geliefert und dort in der Gipskartonplattenproduktion eingesetzt. Damit wird ein regionaler Stoffkreislauf vom Rückbau bis hin zur erneuten Nutzung geschlossen. Die kurzen Transportwege sind eine wesentliche Voraussetzung für eine ressourcenschonende Wertschöpfung und tragen zur Reduzierung von Transportwegen und CO2-Emissionen bei.
Die Bayerische Gipsrecycling (BGR) stellt ein Joint Venture zweier Familienunternehmen dar. BSR verfügt über umfassende Erfahrungen im Betrieb von Recyclinganlagen inklusive der Sammlung von Gipsabfällen und wird die Anlage betreiben. Knauf wird seine Expertise in der Verarbeitung von Recyclinggips in das Joint Venture einbringen und den erzeugten Recyclinggips in der Produktion von Gipsplatten in Bayern weiterverwenden. Mitte Januar hatte Knauf bereits ein ähnliches Joint Venture für Gipsrecycling in Frankreich angekündigt.