Der italienische Bauchemiehersteller Kerakoll stellt den Betrieb seiner deutschen Tochtergesellschaft, der Kerakoll GmbH, zum 31. August 2026 offiziell ein. Wie das Branchenportal www.1200grad.com unter Berufung auf ein aktuelles Kundenschreiben berichtet, soll bis zu diesem Datum der Geschäftsbetrieb gewohnt weiterlaufen, um die Kontinuität bei Aufträgen und Service zu sichern. Hintergrund der Entscheidung ist die Einführung eines neuen Organisationsmodells für den deutschen und österreichischen Markt, das die künftige Kundenbetreuung und den technischen Service neu strukturieren soll. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Rückzug aus diesen Märkten handelt, sondern das Engagement fortgesetzt wird.
Hinter den Kulissen verläuft der Übergang für die Belegschaft jedoch offenbar drastisch: Laut Mitarbeiterberichten wurde den Angestellten im Innen- und Außendienst Ende letzter Woche ohne vorherige Gespräche gekündigt. Kerakoll versichert im Kundenschreiben zwar, den Prozess mit größter Sorgfalt und unter vollständiger Einhaltung des deutschen Arbeitsrechts zu gestalten, doch die wirtschaftlichen Gründe wiegen schwer. Laut 1200Grad war der Umsatz in Deutschland in der Vergangenheit stark rückläufig. Obwohl der italienische Konzern international zu den erfolgreichsten Akteuren der Branche gehört, gelang es ihm auf dem deutschen Markt – auch aufgrund der starken nationalen Konkurrenz – nie, nachhaltig Fuß zu fassen.